Grüße aus dem TUMO Berlin!

Grüße aus dem TUMO Berlin!

Saskia Heublein (li.), langjährige Leiterin der ENO-Servicestelle Bildung und Taskforce-Projektmanagerin Wilhelmine Buscha reisten unlängst nach Berlin, um eine große mögliche Chance für die Kinder und Jugendlichen unserer Region in Augenschein zu nehmen: das "TUMO"-Zentrum. 

TUMO - eine revolutionäre Bildungsinitiative

TUMO ist ein Ausbildungskonzept, das an der Schnittstelle von Technologie und Design liegt und jungen Menschen im Alter von 12 bis 18 Jahren eine einzigartige Lernumgebung für kreative und digitale Themen bietet. Von Grafikdesign über Programmierung bis hin zu Musikproduktion - die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihren Interessen nachzugehen und ihre Fähigkeiten zu entwickeln, unterstützt von erfahrenen Coaches und in einem inspirierenden Umfeld. Spielerisch lernen und dabei fit für den immer größer werdenden digitalen Arbeitsmarkt werden - eine Win-Win-Situation. Saskia Heublein - seit acht Jahren Leiterin unserer ENO-Servicestelle Bildung - kennt und schätzt die außerschulischen Lernorte, wie die Zukunftsstation Weißwasser und die soziokulturellen Einrichtungen wie Telux und Rabryka und freut sich immer über neue Anregungen im Bildungsbereich.

 

TUMO3

Saskia informiert sich anhand der TUMO-Organigramme

Was am TUMO besonders ist

Beim TUMO-Konzept hat Saskia besonders beeindruckt, dass das Lernangebot auf digitale Fähigkeiten ausgerichtet ist, dabei komplett kostenlos und nicht einmal ein eigener Laptop mitzubringen ist: "Das ist wirklich inklusiv - vor allem auch für Kinder aus nicht so wohlhabenden Familien.". Die Lernumgebung - große Räume mit offenem Charakter - erinnert eher an hochmoderne Arbeitsplätze oder Co-Working-Spaces als an normale Klassenräume, berichtet Saskia. "Wie fokussiert die Teenager da saßen und an ihren Projekten gearbeitet haben, ist bemerkenswert. Kein Geschrei, kein Gegröle - das ist eben das Tolle, wenn Kinder und Jugendliche selbstbestimmt, nach ihren eigenen Interessen und Neigungen lernen können, dann sind sie meist voll bei der Sache." Ein TUMO-Zentrum für den Landkreis Görlitz, oder die Euroregion? "Daran wollen wir arbeiten" erklärt Saskia optimistisch.

RAUM TUMO

Co Working

Ansprechende Arbeitsplätze für die Jugendlichen laden zum Erkunden der digitalen Welten ein

 

Wie es zu der Idee kam

Während des "Planathons" 2021, einer Jugendkonferenz, bei der junge Menschen aus den Kohleregionen gemeinsam Projekte im Strukturwandel erarbeiten konnten, kam die Idee erstmals auf. Aus dieser Konferenz entstand das Jugendgutachten mit vielen spannenden Projektideen, darunter die Idee eines TUMO-Zentrums in der Lausitz. "Lukas Kiehne, ein Jugendlicher, der damals mit dabei war, hat uns als ENO direkt angesprochen und gefragt, ob wir die Idee eines TUMO Zentrums in der Lausitz, explizit in Görlitz, unterstützen könnten", erzählt Wilhelmine. "Zunächst haben wir uns mit Lukas sowie mit der KfW Bankengruppe, die das ganze Thema in Deutschland aktuell organisiert und die Betreibung des Zentrums in Berlin für die letzten 5 Jahre übernommen hat, ausgetauscht.". Dann stand die Reise ins Berliner TUMO an - wovon auch sie begeistert berichtet.

 

"Der Eindruck vom Zentrum war inspirierend. Solche Möglichkeiten hätte ich persönlich mir auch gewünscht", sagt Wilhelmine. In Armenien, dem TUMO-Ursprungsland, nahmen bereits 14.000 Jugendliche in vier Zentren im ganzen Land an den Kursen teil. Aber auch international ist das Konzept eine Erfolgsstory: die ersten internationalen Zentren sind in Paris, Beirut, Tirana, Moskau und Berlin entstanden. Mit großem Erfolg für die Jugendlichen und wachsendem Zulauf. Warum also nicht auch so einen Ort für die Jugendlichen bei uns in der Region andenken?

zeichnungen

Vor dem Erlernen digitaler Techniken muss manchmal analoges Handwerk gelernt, geübt und gefördert werden - selbst im TUMO

Wie es weiter geht

Die nächsten Schritte sind bereits definiert: "Wir werden uns mit Akteuren, die im Bereich der MINT-Förderung im außerschulischen Bereich unterwegs sind, und dem Netzwerker Christoph Scholze von Tragwerk austauschen, um gemeinsam an diesem Projekt weiterzuarbeiten", erklärt Wilhelmine. "Und um die ländlichen Gebiete rund um Görlitz mit einzubeziehen, gibt es in dem TUMO-Konzept auch Container-Lösungen. In Deutschland sollen weitere Zentren neben Berlin entstehen und auch erste Container-Varianten im ländlichen Raum sind geplant." erläutert sie weiter. Dass solch ein Zentrum ein absoluter Gewinn wäre - davon zeigt sich die Projektmanagerin aus dem ENO-Innovationsteam überzeugt: "Wir wollen proaktiv daran arbeiten, dass auch unsere Region von dieser Chance profitieren kann.". 

Tumocollage

Blick ins Soundstudio, Gruppenarbeitsplätze und technische Arbeiten der Teens

Programmieren, 3-D-Modeling, Audio- & Videodesign

Der spielerische Umgang mit der digitalen Welt, die junge Menschen fasziniert, kann die Grundlagen nicht nur für den späteren Traumjob als z.B. Spiele-Designer legen, weiß Wilhelmine: "Game-Design ist beispielweise eines von vielen Feldern, bei dem alle Bereiche der im TUMO zu erwerbenden Fähigkeiten zusammenlaufen. Dafür braucht man Programmierung, 3D-Modelling, Videoschnitt, Audiodesign und viele weitere kreative Technologien", erklärt sie. "So ein kostenloses außerschulisches Zentrum wäre eine unglaubliche Chance für alle jungen Menschen der Region, weil die hier erlernten Techniken absolut zukunftsrelevant sind.".

Wer trägt die Kosten 

TUMO Berlin ist eine Initiative der KfW Bankengruppe. Als Förderbank finanziert die KfW das erste TUMO-Lernzentrum zur Förderung der digitalen Bildung von Jugendlichen in Deutschland. Beim anstehenden Austausch mit den Akteuren muss nun zunächst die Frage der Finanzierung und der Betreibung eruiert werden. Dass Saskia und Wilhelmine sich dem engagiert widmen werden, ist für beide klar. Denn sie sehen noch weitere Chancen in der Erweiterung des Konzepts in unserer Region: "Besonders, wenn man das Thema gleich zweisprachig andenkt und auch für junge Menschen aus Polen öffnet, wo es aktuell noch gar kein solches TUMO-Zentrum gibt, ist eine tolle Chance für unsere Europastadt und ein gutes Angebot, damit sich Jugendliche aus beiden Nationen besser austauschen können." Da sind sich Saskia und Wilhelmine sicher. 

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Viele Grüße!

Eure Jasna

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