"Lausitz, Region mit Hoffnung"

"Lausitz, Region mit Hoffnung"

„Für mich geht es immer um das große Ganze: Die Attraktivität der Region stärken und für sie kämpfen!“

Die einen kennen ihn als „Rapper Lars“, den anderen ist er über seine Tätigkeit als Revierbotschafter des DGB bekannt, manch einer hat ihn bei der SPD Cottbus schon mal wahrgenommen – und nun ist er auch noch Regional Manager für „Green Business“ bei der LEAG geworden. Und nebenbei ist er noch engagiertes Mitglied der Initiative zur Erhaltung der Deutschen Bergbaureviere. Lars Katzmarek wuchs in Forst auf, besuchte die Schule in Cottbus, ließ sich im Bergbau zum Mechatroniker ausbilden, nahm dann das Abendstudium zum Techniker für Elektrotechnik auf und engagiert sich neben all seinen Verpflichtungen auch als Betriebsrat.

Beim letzten Lausitz Café war er als Host dabei, um die Umbaupläne der LEAG hin zu Erneuerbaren Energien im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu erläutern und Fragen zur Energieversorgung und -sicherheit zu beantworten.

Der UBL-Blog nutzte die Chance, diesen überzeugten Lausitzer und Kämpfer für die Region ins Interview zu nehmen.

Hallo Herr Katzmarek, als Revierbotschafter des DGB und als Regional Manager für Green Business bei der LEAG setzen Sie sich für die Entwicklung der Lausitz ein. Können Sie uns mehr darüber erzählen, was Ihre Positionen beinhalten und wie Sie die Zukunft der Region gestalten möchten?

Lars Katzmarek: Natürlich, gerne. Als Revierbotschafter setze ich mich z.B. auch dafür ein, dass Sachsen und Brandenburg als eine Lausitz betrachtet werden. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und denke auch an die Zusammenarbeit mit Polen, denn wir sind alle Europäer und sollten gemeinsam an einer positiven Zukunft arbeiten. In meiner Rolle als Regional Manager für Green Business bei der LEAG geht es vor allem darum, die Region auf erneuerbare Energien umzustellen. Wir planen, bis 2030 7 Gigawatt erneuerbare Energie zu installieren und bis 2040 sogar 14 Gigawatt. Das umfasst Projekte wie Solar- und Windenergie, aber auch Wasserstoffkraftwerke und -speicher sowie grüne Wärmelösungen.

Können Sie das „Zusammenwachsen“ der beiden Bundesländer, in denen die Lausitz liegt, schon an etwas festmachen?

Lars Katzmarek: Ja, wenn ich in den sächsischen Raum ganz konkret reinschau dann haben wir mit dem Industriepark Schwarze Pumpe die erste Schnittstelle, bei der man sagen kann, dass da schon Brandenburg und Sachsen zusammenzudenken ‚geübt‘ wird (schmunzelt).

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Lars Katzmarek beim Vortrag im Lausitz Café Schleife am 2.2.2024

 

Das klingt nach einer spannenden und ambitionierten Agenda. Wie stehen Sie zur aktuellen Entwicklung im Landkreis Görlitz und der umliegenden Region?

Lars Katzmarek: Görlitz hat einen ganz besonderen Charme, besonders die Altstadt. Es fühlt sich immer wie Zuhause an, wenn ich dort bin… Da finde ich übrigens gibt es bei Görlitz mein ganz persönliches Highlight, das Hotel „Insel der Sinne“ am Berzdorfer See, so eine Oase der Ruhe und das Ambiente…so etwas macht Görlitz noch einzigartiger, finde ich.

Wirtschaftlich ist es super, mitzubekommen was da nun alles in die Forschungslandschaft kommt: das Deutsche Zentrum für Astrophysik, das CASUS Institut, das ist schon bemerkenswert, auch als Zeichen für den ländlichen Raum. Aber natürlich gibt es auch Herausforderungen, vor allem in Bezug auf den demografischen Wandel und den Wohnraummangel. Den spürt man derzeit in meiner „Boomtown“ Cottbus – als paar mit zwei Kindern muss man da schon mal 1500 Euro für die 100-Quadratmeter-Wohnung monatlich aufbringen. Generell kann man sagen, dass sichergestellt werden muss, dass junge Menschen in der Region bleiben oder zurückkehren können, indem attraktive Angebote geschaffen werden und die Lebensqualität verbessert wird.

…und das gilt ja für Brandenburg wie Sachsen...

Lars Katzmarek: Ja natürlich, daher wünsche ich mir schon lange, dass man Sachsen und Brandenburg an dieser Stelle gemeinsam denk! Es macht ja keinen Sinn, nur für den brandenburgischen Teil der Lausitz zu werben, denn die sächsische Seite steht ja vor denselben Herausforderungen.

 

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Zum Abschluß des Lausitz Cafés erläuterte der Host Katzmarek die am häufigsten gestellten Fragen bzw. deren Antworten erneut vor versammeltem Publikum

 

Haben Sie als überzeugter Lausitzer und Cottbuser denn bereits positive Entwicklungen in Bezug auf die ‚Jugendfreundlichkeit“ ihrer Heimatstadt bemerken können?

Lars Katzmarek: Da muss ich sagen: ganz klar, ja. In Sachen Lebensqualität, Entertainment, Verkehrsanbindung, Freizeitwert und Jobs natürlich hat sich viel getan. Ich glaube aber, dass es in einer Stadt wie Cottbus immer sehr reichhaltige Angebote gegeben hat. Das fängt bei der Kunst- und Kulturszene an, dann gibt es Kinder und Jugendtheater, ein Konservatorium, es gibt die Filmnächte und sehr viele Sportangebote. Das ist sehr wichtig. Es reicht von Fußball über Rennradsport Leichtathletik und vieles mehr – also eine Stadt wie Cottbus hat glücklicherweise eher nicht das Problem der mangelnden Attraktivität oder des Angebots – sehr wohl aber die Städte und Orte im ländlichen Raum. In meinem Abschlußjahrgang sind 80-90 Prozent der Schulabsolventen weggezogen, das schmerzt zeigt aber konkret auf das wir vieles dafür tuen können die Regionen so attraktiv zu gestalten, damit man ein konkretes Rückholangebot schafft.

Sie sind auch politisch aktiv: als Landtagskandidat für die SPD in Cottbus. Wie passt das zu Ihren anderen Rollen?

Lars Katzmarek: Ich glaube, es ist wichtig, dass junge Menschen sich politisch engagieren und Verantwortung übernehmen. Als Landtagskandidat möchte ich die Interessen der Lausitz, konkreter noch Cottbus, auf politischer Ebene vertreten und dazu beitragen, positive Veränderungen herbeizuführen. Es ist eine weitere Möglichkeit, meine Leidenschaft für die Region zum Ausdruck zu bringen und einen Beitrag zu ihrer Entwicklung zu leisten.

 

Dankeschön Herr Katzmarek - es war uns eine Freude, darüber zu sprechen, wie wir gemeinsam die Zukunft unserer Region gestalten können!

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